Internal  Arts 

Traditionelles Wushu/Quan Fa

Äußere Kampfkunststile des antiken China 

Trainingsinhalt

 

Stilrichtungen:  - Chang Quan (Lang Faust Stil)

                       - Shaolin Stil 

                       - Qi Xing Tang Lang Quan (7 Sterne Mantis Stil)

                       - She Zhang (Schlangen Hand)

                       - Gou Quan (Hunde Faust)

                       - Ditang Quan (Boden Stil)

                       - Nan Quan (Süd Faust)

                       - Hu Zhua (Tiger Pranke) 

                       - Ying Zhao Quan (Adlerklaue)

                       - Hou Zhua (Affenpranke)

                       - Ba Xian Zui Quan (8 Unsterblichen Betrunkenen Stil)

 

Traditionelle Waffen:  - Stock (Lang Faust & Shaolin Stil)

                                - Säbel (Lang Faust & Gottesanbeterin Stil)

                                - Verlängerter Säbel (Gottesanbeterin Stil)

                                - Süd Säbel (Süd Faust Stil)

                                - Hellebarde (Gottesanbeterin Stil)

                                - Langschwert (Gottesanbeterin Stil)

                                - Schwert (Klassischer & Betrunkenen Stil) 

Allgemeines

 

Die chinesischen Kampfkünste sind in der heutigen modernen Zeit bekannt unter dem Namen Kung Fu oder Gongfu (Harte Arbeit, Geschick, Fertigkeiten).

 

Gongfu bedeutet sinngemäß Zeit, Mühe und Kraft, die zum Erlernen einer besonderen Fähigkeit eingesetzt wird. Diese Fähigkeiten beziehen sich nicht nur auf Kampfkunsttechniken, sondern auch auf die Fertigkeiten eines Bildhauers, Künstlers, Dichters, etc.

Der Begriff "Gongfu" wird in der Volksrepublik China relativ wenig benutzt. Er stammt vorwiegend aus dem kantonesischen Dialekt aus Süd-China, hauptsächlich aus Hong Kong. Da sehr viele kantonesisch sprechende Chinesen nach Amerika ausgewandert sind, hat sich zuerst dort und später auf der ganzen Welt Gongfu oder Kung Fu durchgesetzt.

 

In China bevorzugt man die Bezeichnung Wushu (Kriegskunst) oder Quanfa (Fausttechnik).

Das traditionelle Wushu darf nicht mit dem "modernen Wushu" verwechselt werden. Modern Wushu bezeichnet eine Auswahl aus der großen Anzahl der alten Kampfkünste, welches in China zu einem zusammenhängenden Kampfkunstpaket vereinigt wurde und als Nationalsport zählt.

 

Viele Verächter nennen es das Kunstturnen der Kampfkünste oder auch das "Show-Kung Fu".

Doch vergessen diese, dass selbst für diese körperlichen Höchstleistungen, was die Sportler erbringen, hart gearbeitet wird!

 

Das Modern Wushu wird heute unter drei Gesichtspunkten klassifiziert und von der chinesischen Regierung gefördert:

 

1.  als sportlicher Wettkampf

2.  als Demonstrationen

3.  als Freikampf

 

In den fünfziger Jahren rief die Sportkommission von China bekannte Experten der traditionellen chinesischen Kampfkünste nach Peking, die die populärsten Stile auswählen sollten, um daraus eine einzige Kunst zu machen, die man als Modern Wushu bezeichnen sollte. Die traditionellen Aspekte sollten daraus verschwinden oder auf ein Minimum reduziert werden. Dafür sind die meisten Formen sehr akrobatisch, werden aber von den traditionellen Quanfa Lehrern nicht als Kampfkunst akzeptiert. Das Modern Wushu wird als Leistungssport gesehen, während das traditionelle Wushu sich nicht nur auf das Trainieren des Körpers konzentriert, sondern auch auf die Schulung des Geistes, moralischer Tugenden, den mentalen Kampf gegen seine eigenen schlimmen Gewohnheiten und der Verteidigung von Freunden und Familien. Im Gegensatz zum Modern Wushu, geht es im Quanfa um geistige Weiterentwicklung und der Überwindung des eigenen Ichs.

Geschichtliches

 

Die erste Erwähnung einer chinesischen Kampfmethode stammt aus dem Jahr 2600 v. Chr. Aus einem Bericht geht hervor, dass der Gelbe Kaiser Huangdi eine gewonnene Schlacht dem "Juedi" zuschrieb.

 

Juedi bedeutet "Hörnerstoßen" und war eine Art Ritual, in dem Kampfbewegungen simuliert und Tiermasken getragen wurden.

Bekannt ist, dass im 12. und 13. Jahrhundert v. Chr. das Xiangpu, ein waffenloser Ringkampf, weit verbreitet war.

In den darauffolgenden Jahrhunderten veränderten sich diese Kampftechniken mehrmals, und schließlich teilte sich das Xiangpu in zwei Richtungen, von denen die eine den wilden Kampf mit den Fäusten (s. Bild oben) und die andere den Ringkampf bevorzugte.

In der Folgezeit kam diesen Kampfarten immer größere Bedeutung  zu, da sie zur Ausbildung der Soldaten verwendet wurden.

Im 2. Jahrhundert n. Chr. entwickelte der Arzt Hua Tuo die Technik der "Fünf Tiere", doch diese daoistischen Bewegungsübungen dienten therapeutischen Zwecken.

Während sich hauptsächlich in den militärischen Kreisen die körperliche Kampfkunst zu entwickeln begann, entstand in den daoistischen Strömungen eine philosophische Parallele, die die Kampfkünste bald ergänzen sollte.

Heute gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Wurzeln der inneren Stile ebenso wie die Shaolin-Stile direkt in die Technik der "Fünf Tiere" reichen.

 

Im 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. arbeitete ein Kampfkunstlehrer namens Guo Yi das Chang Quan (Langfaust Stil) aus, das darauf breite Anwendung beim Militär fand (s. Bild oben). Nach überlieferten Quellen soll dieser Kampfkunststil, der im wesentlichen aus dem Einsatz von Fäusten, Knien und Füßen bestand, bis ins 6. Jarhundert als militärische Ausbildungsmethode gedient haben.

Entstehung des Shaolin Quanfa

 

Die Entstehung des Shaolin Quanfa wird, auch wenn seine Wurzeln viel weiter zurückreichen, dem indischen Mönch Boddhidarma (s. Bild rechts) oder auch Damo genannt, zugeschrieben, der etwa im Jahre 520 nach China kam und sich im Shaolin Kloster niederließ, um die Entwicklung des "Chan" in die Wege zu leiten.

 

Obwohl der dort gelehrte Buddhismus ausschließlich auf die Rettung der Seele zielte, zeigte Damo seinen Schülern, dass Körper und Geist untrennbar seien.

Die Einheit der beiden musste für die Erleuchtung gestärkt werden, und die Mönche gewannen an physischer und psychischer Gesundheit, als Damo gezielte Übungen zur Stärkung von Körper und Geist einführte. 

Der Einfluss auf die weltlichen Schulen

 

Ende des 17. Jahrhunderts begannen andere Klöster und Nebenklöster des Shaolin mehrere Stile zu entwickeln, die sich durch ihre Charakteristiken immer mehr voneinander unterschieden und in die Öffentlichkeit drangen.

 

Diese Konzepte brachten erneut viele Tochterschulen, Strömungen und Stile hervor, die aber alle auf dem Shaolin Quanfa beruhten. Die Ming-Periode, die einen enormen Aufschwung der Kampfkünste bewirkte und durch großartige Meister auffiel, verlagerte die Kampfkunsttradition aus den buddhistischen Klöstern immer mehr in unzählige Privatschulen, denen gut ausgebildete Lehrer vorstanden.

 

Dies war die Zeit der Stilgründungen auf dem Grundmuster des Shaolin Quanfa. 

Früh übt sich

 

Schon vor Jahrhunderten wurde festgestellt, dass die frühe Ausübung der Kampfkunst, also ein früher Beginn der Wushu Ausbildung, nicht nur körperliche Vorteile für den jungen Schüler erbrachte, sondern ihm mehr Zeit gab die Prinzipien besser zu verstehen und aus spiritueller Hinsicht, das der Schüler eine höhere Wahrscheinlichkeit besaß auf geistige Weiterentwicklung und sogar auf das höchste Streben eines Kampfkünstlers - Erleuchtung.

Nicht zu vergleichen wie z.B. in der thailändischen Kampfkunst "Muay Thai", im koreanischen Tae Kwon Do, beim Leichtathletik, Cheerleading oder im Ballett o.a., wo viele Ausübende mit durchschnittlich 30 Jahren an körperlichen Abnutzungserscheinungen bis gavierenden Schäden an Knochen, Sehnen oder Gelenken leiden und ihre Leidenschaft nicht mehr richtig ausüben können.

Es hat sich gezeigt, dass viele chinesische Kampfkünstler, die früh anfingen mit traditionellem Wushu, es noch im hohen Alter ausüben. Im Durchschnitt liegt das erreichte Alter der noch trainierenden "Opas und Omas" zwischen 90-110 Jahren.

Natürlich nicht zu vergleichen mit Modern Wushu, da es mehr einem Leistungssport gleicht und von den Sportlern Höchstleistung verlangt wird, sind die entstehenden Sportverletzungen mit den Verletzungen im Leichtathletik und im Turnsport zu vergleichen.

 

In den öffentlichen Schulen Chinas wurde entdeckt, dass Wushu nicht nur den Körper stärkte und Schäden an der Wirbelsäule vorbeugte (weil viele Schüler durch falsches Sitzen im Klassenzimmer zur Wirbelsäulenverkrümmung neigen), sondern zurückhaltenden Schüler mehr Selbstvertrauen schenkte und aktiveren Kindern eine Kanalisierung ihrer wilden Energie bot.

In privaten Wushu/Quan Fa Schulen und Akademien wird zudem viel Wert auf die Ausbildung moralischer Werte und den 4 Tugenden eines Kriegers (Disziplin, Willenskraft, Respekt und Demut) gelegt, weil dies zu den wichtigsten Traditionen gehört einer klassischen Ausbildung in chinesischer Kampfkunst, nicht nur das strukturierte Training und der Weitergabe des antiken Wissens.

Zudem wird durch das miteinander Trainieren der Zusammehalt unter den Schülern geschult wie in einer Familie und viele Meister/Trainer in Wushu Schulen fungieren somit als Mentor und Familienoberhaupt. Dadurch hat der Lehrmeister bei der Ausbildung der Schüler natürlich eine große Vorbildfunktion und auf ihm lastet dadurch auch große Verantwortung, weil sonst wie in vielen Schulen in China, der gute Ruf des Meisters und der Schule auf dem Spiel stünde.

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